Von der Doppelgarage in die eigene Halle.
33 Jahre in 13 Abschnitten – vom Einstieg 1992 bis heute. 87 Aufnahmen, alle aus dem Betrieb.
Einstieg in den Werkzeug- und Formenbau
Robert Karl beginnt seine Tätigkeit im Werkzeug- und Formenbau sowie in der Kunststoffspritzguss-Technik. In dieser Zeit entsteht die Basis für präzises Arbeiten – mit Erfahrung an konventionellen Maschinen und einem geschulten Blick fürs Detail.
Aus dieser Zeit liegt keine Aufnahme vor.
Meistertitel
Mit dem Werkzeugmachermeister folgt der nächste Schritt: vertieftes Fachwissen, Verantwortung für Qualität und die Grundlage, später eigene Auszubildende fachgerecht zu begleiten.
Gründung in der Doppelgarage
Der Schritt in die Selbstständigkeit beginnt in einer Doppelgarage – mit Laserschweißarbeiten an Formenbauteilen. Reparatur und Aufbauschweißen an Werkzeugen, die andere gebaut haben: ein Handwerk, für das es wenige Anbieter gibt und das ohne großen Maschinenpark auskommt. Aus dieser Nische wächst später der komplette Werkzeugbau.
Aus dieser Zeit liegt keine Aufnahme vor.
Umzug in die Gewerbehalle
Wachsende Aufträge brauchen mehr Platz und mehr Maschinen. Der Umzug in eine Gewerbehalle in Untermeitingen schafft Raum für zusätzliche Fertigungstechnik und strukturiertere Abläufe.
Neubau von Büro- und Fertigungshalle
Auf der grünen Wiese in der Gutenbergstraße entsteht der heutige Standort: Betonstützen, Binder aus Brettschichtholz, darunter eine Halle mit eigener Kranbahn und angegliedertem Bürotrakt. Gebaut wird nicht auf den Bedarf von damals, sondern auf den Maschinenpark, der noch kommen sollte.
Umzug in die neue Halle
Am 21. und 22. August werden die Maschinen umgesetzt – Bearbeitungszentren am Schwerlaststapler, Anlage für Anlage vom Tieflader in die neue Halle. Zwei Tage, an denen der Betrieb steht und danach an einem Stück wieder läuft.
Bearbeitungszentrum Hermle C1200V
Ein Jahr nach dem Neubau füllt sich die Halle: Am 23. Januar 2018 wird die Hermle C1200V – Baujahr 2009, gebraucht gekauft – verladen, in Untermeitingen mit dem Schwerlaststapler vom Auflieger gehoben und durch das Tor in die Fertigung gezogen. Mit 1.200 × 900 × 500 mm ist sie bis heute die Maschine mit dem größten Verfahrweg im Haus; auf ihr laufen die großen Formplatten und Werkzeugaufbauten.
Photovoltaik auf dem Hallendach
Im Mai 2019 geht die Photovoltaikanlage auf dem Hallendach in Betrieb: rund 100 kW über die ganze Dachfläche, im Technikraum vier Wechselrichter. Der Strom wird vollständig selbst verbraucht und deckt fast den gesamten Bedarf des Betriebs – erzeugt dort, wo die Maschinen ihn ziehen.
HSC-Fräsmaschine OPS 650
Im Oktober 2019 kommt die OPS 650 von OPS-Ingersoll dazu – eine 5-Achs-Fräsmaschine mit 42.000 min⁻¹ an der Spindel. Auf ihr entstehen die Graphitelektroden fürs Senkerodieren: feine Radien, dünne Stege und scharfe Kanten, die sich später in der Kavität wiederfinden. Damit wird die Elektrode im selben Haus gefräst wie das Werkzeug, in das sie erodiert. Angeliefert wird sie an einem nassen Oktobermorgen, vom Tieflader über den Hof und durch das Tor zwischen die anderen Fräsmaschinen.
Hermle C650U – die erste fabrikneue Maschine
Am 17. September 2021 kommt die Hermle C650U – als erste Maschine im Haus fabrikneu ab Werk und nicht gebraucht gekauft. Sie kommt in Teilen: zuerst das Zusatzmagazin, der Späneförderer und das übrige Zubehör, dann die Maschine selbst, die ein Autokran an der Traverse vom Auflieger hebt und vor dem Hallentor absetzt. Fünf Achsen, 1.050 × 900 × 600 mm Verfahrweg, 256 Werkzeugplätze und eine Heidenhain TNC 640 – seither die Anlage für komplexe Geometrien in einer Aufspannung.
Flachschleifmaschine Okamoto ACC-106CA-iQ
Am 19. Juli 2024 kommt die Okamoto ACC-106CA-iQ – die größte Schleifmaschine im Haus und der Schritt, mit dem das Präzisionsschleifen ganz nach innen wandert. Auf ihr Magnetspannfeld passen Platten bis 1.000 × 600 mm und 1.500 kg, geschliffen wird bis 497 mm Höhe. Damit läuft auch der letzte Arbeitsgang vor der Montage im eigenen Haus: Plan-, Bezugs- und Funktionsflächen auf Endmaß, ohne dass eine Platte den Betrieb verlässt.
Hermle C32U – Susi macht Platz
Am 12. Dezember 2024 wird getauscht. Vormittags hängt Susi am Kran: die erste Hermle des Hauses, eine C800U, die ihren Namen auf einem Schild neben dem Firmenzeichen trug – die zweite, Hilde, bleibt. Mittags steht Susis Stellfläche leer, der Umriss zeichnet sich noch auf dem Hallenboden ab. Am Nachmittag kommt die C32U an genau diesen Platz – zerlegt angeliefert, erst die abgenommenen Verkleidungsteile, dann der Maschinenkörper am Autokran, zuletzt das Aggregat. Fünf Achsen auf 650 × 650 × 500 mm, 18.000 min⁻¹, 87 Werkzeugplätze und eine Heidenhain TNC 640: das kompakte Gegenstück zur C650U, damit kleine Teile nicht die große Maschine blockieren.
Sodick SLC600G
Zum selben Wechsel gehört die Sodick SLC600G: entschieden wird sie vor der Maschine im Vorführraum, in die Halle kommt sie im Januar 2025. Linearantriebe auf X, Y, U und V, 600 × 400 × 350 mm Verfahrweg, Draht von ø 0,10 bis 0,30 mm und konische Schnitte bis ± 25°. Sie ist die Nachfolgerin der Sodick AQ537L, die noch rund ein Jahr daneben weiterläuft und dann verkauft wird. Am Bestand ändert das nichts – es bleiben zwei Drahterodiermaschinen: die AQ750L nimmt die großen Platten, die SLC600G die feinen Konturen.
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